13.09.2009 - 22:48 von Thomas Hainzel
So lautet der Titel einer umfangreichen Studie von Christiane Schulzki-Haddouti und Prof. Dr. Lorenz Lorenz-Meyer vom Fachbereich Media an der Hochschule Darmstatt. In der über 335-Seiten starken Forschungsdokumentation untersuchen die Autoren zahlreiche Kooperationsanwendungen wie Blogs, Wikis oder Messaging-Dienste und leiten daraus sehr viele Anwendungsmöglichkeiten der technischen Tools in unserer heutigen Informationsgesellschaft ab.
Insgesamt wurden mehr als 1000 Anwendungen unter die Lupe genommen, die in zahlreichen Experteninterviews bewertet und schlussendlich auf sieben Erfolgs- und Akzeptanzfaktoren dieser kooperativen Internetanwendungen hingewiesen haben. Neben der Analyse von bestehenden Softwaresystemen wird auch ein Ausblick in die Zukunft sowie den möglichen Einsatz diverser Tools in Kommunikation & Kooperation bzw. im Wissensmanagement gewagt.
Dr. Lorenz-Meyer nennt im Interview mit der ORF-Futurezone einige konkrete Beispiele für den aktuellen Einsatz verschiedenster Internet-Tools:
“So werden in Umgebungen, in denen vorrangig Informatiker arbeiten, vielfach noch bewährte und mächtige, aber vergleichsweise “altmodische” Tools wie Mailinglisten, IRC, sogar das Usenet eingesetzt, und zum kollaborativen Schreiben verwendet man dort teilweise Versionierungssysteme, die sonst in der Software-Entwicklung eingesetzt werden – während man in anderen Umgebungen für vergleichbare Aufgaben eher Instant Messaging und Wikis einsetzen würde.
Manche Services – wie Social Bookmarking – haben anscheinend ihren Weg in die Organisationen noch gar nicht recht gefunden und verbleiben weiterhin überwiegend in der Domäne vernetzter Einzelkämpfer, zum Beispiel netzaffiner Freelancer.” (Dr. Lorenz-Meyer, ORF-Futurezone-Interview, 09.09.2009)
Probleme stellen vor allem das übertriebene Sicherheitsdenken von IT-Security-Abteilungen aber auch die nicht-vorhandene Medienkompetenz der Benutzer dar. Erschwerend kommt hinzu, dass der Nutzen der Tools nicht immer klar hervorgeht bzw. einfach in das bestehende System zu integrieren ist.
Hinweis: Eine interessante Aufstellung verschiedenster Qualitätsmerkmale kooperativer Technologien ist im Abschnitt “12.3 Benchmarks” der Studie zu finden, in dem sowohl inhaltliche, sicherheitsrelevante aber auch technische Aspekte Einklang finden.
Aus meiner Sicht eine sehr weitreichende Studie, die versucht, unsere Web 2.0 Welt in Bezug auf Kooperation und Kommunikation möglichst genau zu durchleuchten. Gerade beim Einsatz von Online-Tools im unternehmerischen Kontext ist es wichtig zu wissen, woran man ist.
- Haben die eingesetzten / geplanten Tools Zukunft?
- Wird dir richtige Zielgruppe angesprochen und ist ein entsprechender Nutzen zu erwarten?
- Welche Barrieren, welche Erfolgsfaktoren und welche Herausforderungen bringt das Web 2.0 in das Unternehmen bzw. die Gesellschaft?
Diese und viele weitere Fragen, die ich mir teilweise schon selbst während der Benützung einiger Web Services gestellt habe, werden in der Studie beantwortet und dessen Auswirkungen durchleuchtet.
Gratulation an alle Beteiligten zu einer gelungenen Studie!
Weiterführende Links:
- Kooperative Technologien in Arbeit, Ausbildung und Zivilgesellschaft – Die Studie
- KoopTech-Studie ist online (KoopTech-Blog)
- Erfolgsfaktoren für soziale Web-Anwendungen (ORF-Futurezone)
Tags: Blog, E-Learning & Web 2.0, Knowledge Management, Kommunikation, Kooperation, Wiki
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